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CO2-Kosten-Aufteilung zwischen Vermieter und Mieter

Aktualisiert am 12.10.2026·6 Min. Lesezeit·Von Florian Kemnitz

Dächer von Berliner Mietshäusern mit Schornsteinen, im Hintergrund ein KirchturmFoto: Teymur Mammadov / Unsplash

Kurz gesagt

Seit 2023 teilen sich Vermieter und Mieter die CO2-Kosten für Heizung und Warmwasser nach dem Stufenmodell des CO2KostAufG. Maßgeblich ist, wie viel CO2 das Gebäude pro Quadratmeter Wohnfläche und Jahr ausstößt. Unter 12 kg trägt der Mieter die Kosten allein, ab 52 kg trägt der Vermieter 95 Prozent. Fehlt die Aufteilung in der Abrechnung, darf der Mieter seinen Heizkostenanteil um 3 Prozent kürzen.

Inhalt · 6 Abschnitte
  1. Worum es geht
  2. Die zehn Stufen für Wohngebäude
  3. Die Stufe ermitteln
  4. Beispielrechnung für ein Gashaus mit sechs Wohnungen
  5. Was in die Heizkostenabrechnung gehört
  6. In der Praxis

Worum es geht

Auf Erdgas, Heizöl und Flüssiggas wird nach dem Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG) ein CO2-Preis erhoben. 2025 lag er bei 55 € pro Tonne, für 2026 gilt ein Preiskorridor von 55 bis 65 € pro Tonne. Wie es ab 2027 weitergeht, hängt vom europäischen Emissionshandel für Gebäude und Verkehr (ETS 2) ab, dessen Start Stand Oktober 2026 auf 2028 verschoben ist.

Bis Ende 2022 zahlten Mieter diese Kosten über die Heizkostenabrechnung allein. Das CO2-Kostenaufteilungsgesetz verteilt sie seit dem 1. Januar 2023 nach dem energetischen Zustand des Gebäudes. Es gilt für Abrechnungszeiträume, die an oder nach diesem Tag beginnen.

Die zehn Stufen für Wohngebäude

CO2-Ausstoß (kg CO2 pro m² Wohnfläche und Jahr)Anteil MieterAnteil Vermieter
unter 12100 %0 %
12 bis unter 1790 %10 %
17 bis unter 2280 %20 %
22 bis unter 2770 %30 %
27 bis unter 3260 %40 %
32 bis unter 3750 %50 %
37 bis unter 4240 %60 %
42 bis unter 4730 %70 %
47 bis unter 5220 %80 %
52 und mehr5 %95 %
Aufteilung der CO2-Kosten nach der Anlage zum CO2KostAufG

Für Nichtwohngebäude wie Läden oder Büros gilt grundsätzlich eine Teilung je zur Hälfte (§ 8 CO2KostAufG). Steht das Gebäude unter Denkmalschutz oder liegt es in einem Milieuschutzgebiet und darfst du deshalb nicht energetisch sanieren, kann sich der Vermieteranteil halbieren oder ganz entfallen (§ 9 CO2KostAufG).

Die Stufe ermitteln

  1. 1

    CO2-Menge aus der Rechnung übernehmen

    Der Brennstofflieferant muss die CO2-Emissionen in Kilogramm und die CO2-Kosten auf der Rechnung ausweisen (§ 3 CO2KostAufG). Bei Heizöl zählt die Menge, die im Abrechnungsjahr verbraucht wurde, unabhängig davon, wann du sie gekauft hast.

  2. 2

    Durch die Wohnfläche teilen

    Teile die CO2-Menge durch die gesamte Wohnfläche des Gebäudes und runde auf eine Nachkommastelle.

  3. 3

    Stufe ablesen

    In der Tabelle oben siehst du, wie sich die Kosten bei diesem Wert verteilen.

  4. 4

    Anteile in die Heizkostenabrechnung übernehmen

    Den Vermieteranteil ziehst du von den Heizkosten ab, die auf die Mieter entfallen. Der Rest wird wie die übrigen Heizkosten verteilt.

Beispielrechnung für ein Gashaus mit sechs Wohnungen

Ein Mehrfamilienhaus mit sechs Wohnungen und 450 m² Wohnfläche wird mit Erdgas beheizt. Die Gasrechnung für 2025 weist 81.000 kWh Verbrauch aus, 16.281 kg CO2 und CO2-Kosten von 895,46 € (16,281 t × 55 €). Alle Werte sind Beispielwerte.

SchrittRechnungErgebnis
CO2-Ausstoß pro m²16.281 kg ÷ 450 m²36,2 kg CO2/m²/Jahr
Stufe32 bis unter 3750 % Mieter, 50 % Vermieter
Vermieteranteil895,46 € × 50 %447,73 €
Mieteranteil gesamt895,46 € × 50 %447,73 €
davon Wohnung 2 (15 % der Heizkosten)447,73 € × 15 %67,16 €
Stufe und Anteile (Beispielwerte)

Die 447,73 € Vermieteranteil tauchen in der Heizkostenabrechnung der Mieter nicht als Kosten auf. Du trägst sie selbst und setzt sie in der Anlage V als Werbungskosten an. Läge das Haus knapp über der Stufengrenze, etwa bei 37,1 kg, stiege dein Anteil auf 60 Prozent. Schon ein etwas geringerer Verbrauch kann dann eine Stufe ausmachen.

Was in die Heizkostenabrechnung gehört

Nach § 7 Abs. 3 CO2KostAufG muss die Heizkostenabrechnung den Anteil des Mieters an den CO2-Kosten, die Einstufung des Gebäudes und die Berechnungsgrundlagen enthalten. Fehlen diese Angaben, darf der Mieter seinen Anteil an den Heizkosten um 3 Prozent kürzen (§ 7 Abs. 4 CO2KostAufG).

Mieter mit Gasetagenheizung. Wer sich selbst mit Wärme versorgt, ermittelt die Stufe selbst. Der Mieter muss seinen Erstattungsanspruch innerhalb von zwölf Monaten nach der Abrechnung seines Lieferanten bei dir geltend machen. Du erstattest den Vermieteranteil oder verrechnest ihn mit der nächsten Betriebskostenabrechnung (§ 6 CO2KostAufG).

Neue Gas- und Ölheizungen

Für Gas- und Ölheizungen, die nach den neuen Regeln des Gebäudeenergierechts eingebaut werden, sieht § 5a CO2KostAufG ab dem 1. Januar 2028 eine hälftige Teilung bestimmter Kosten vor, darunter die CO2-Kosten. Bestandsheizungen sind davon nicht betroffen. Wenn du die Heizung tauschst, lass prüfen, welche Regel für dein Gebäude gilt.

In der Praxis

Die meisten Messdienste rechnen die CO2-Aufteilung mit, wenn du ihnen die Lieferantenrechnung schickst. Prüfe trotzdem zwei Dinge: ob die richtige Wohnfläche verwendet wurde und ob bei Heizöl nur der Verbrauch des Jahres zählt. Das Ergebnis gehört in die Nebenkostenabrechnung und muss innerhalb der Abrechnungsfrist beim Mieter sein.

In Wohnify gibst du CO2-Menge, CO2-Kosten und Wohnfläche an oder lässt sie aus der Brennstoffrechnung auslesen. Das Programm ermittelt daraus die Stufe und weist Vermieter- und Mieteranteil mit den Berechnungsgrundlagen in der Abrechnung aus. Mehr unter Heizkosten und Zähler mit Wohnify.

Porträt von Florian Kemnitz

Florian Kemnitz

Mitgründer von Wohnify

Florian Kemnitz hat Wohnify mitgegründet und schreibt die Ratgeber auf dieser Website. Hinweise zu einem Artikel erreichen ihn über hallo@wohnify.app.

Dieser Ratgeber gibt den Stand vom 12.10.2026 wieder und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung im Einzelfall.

Quellen

  • Kohlendioxidkostenaufteilungsgesetz (CO2KostAufG)
  • Anlage zum CO2KostAufG (Stufenmodell)
  • § 5 CO2KostAufG (Ermittlung bei Wohngebäuden)
  • § 7 CO2KostAufG (Abrechnung)
  • Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG)

Heizkosten & Zähler mit Wohnify

HeizkostenV, Fernablesung, UVI, CO₂

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Häufige Fragen

  • Ab welchem Wert zahlt der Vermieter CO2-Kosten?

    Ab 12 kg CO2 pro Quadratmeter Wohnfläche und Jahr. Dann trägt er 10 Prozent, mit jeder weiteren Stufe von 5 kg 10 Prozentpunkte mehr und ab 52 kg 95 Prozent.

  • Gilt die Aufteilung auch für Fernwärme?

    Ja. Der Wärmelieferant muss CO2-Emissionen und CO2-Kosten auf der Rechnung ausweisen. Fallen für die eingesetzte Energie keine CO2-Kosten nach dem BEHG an, etwa bei einer Wärmepumpe mit Strom, gibt es nichts aufzuteilen.

  • Was passiert, wenn ich die CO2-Kosten nicht aufteile?

    Der Mieter darf seinen Anteil an den Heizkosten um 3 Prozent kürzen. Bei Gebäuden in den unteren Stufen ist das oft mehr als der Vermieteranteil gewesen wäre.

  • Kann ich den Vermieteranteil steuerlich absetzen?

    Ja. Er gehört zu deinen Kosten aus der Vermietung und wird in der Anlage V als Werbungskosten erfasst.

  • Gilt das Stufenmodell auch für Gewerbe?

    Nein. Bei Nichtwohngebäuden teilen sich Vermieter und Mieter die CO2-Kosten grundsätzlich je zur Hälfte, soweit vertraglich nichts anderes vereinbart ist.

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Begriffe aus diesem Artikel

  • CO₂-Kostenaufteilungsgesetz
  • Heizkostenverordnung
  • Wohnfläche
  • Werbungskosten

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