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Liste der umlagefähigen Nebenkosten nach BetrKV

Aktualisiert am 12.10.2026·6 Min. Lesezeit·Von Florian Kemnitz

Efeubewachsener Hinterhof eines Berliner Altbaus, eine Person geht zur DurchfahrtFoto: Yoav Aziz / Unsplash

Kurz gesagt

Umlagefähig sind nur Betriebskosten im Sinne von § 2 BetrKV, also laufende Kosten für Grundstück und Gebäude in 17 Positionen, von der Grundsteuer über Wasser und Müll bis zu den sonstigen Betriebskosten. Du darfst sie nur umlegen, wenn der Mietvertrag das vorsieht. Verwaltung, Reparaturen, Instandhaltung und Rücklagen trägst du immer selbst.

Inhalt · 6 Abschnitte
  1. Gesetz und Mietvertrag
  2. Die 17 Positionen des § 2 BetrKV
  3. Was du selbst trägst
  4. Grenzfälle aus der Praxis
  5. Sonstige Betriebskosten vereinbaren
  6. Von der Liste zur Abrechnung

Gesetz und Mietvertrag

Ohne Vereinbarung sind alle Nebenkosten mit der Miete abgegolten. Betriebskosten darfst du nur umlegen, wenn der Mietvertrag das vorsieht (§ 556 Abs. 1 BGB). Nach der Rechtsprechung des BGH genügt dafür ein Verweis auf die Betriebskostenverordnung. Die einzelnen Positionen musst du nicht aufzählen, mit einer Ausnahme, den sonstigen Betriebskosten.

Was Betriebskosten sind, definiert § 1 BetrKV: Kosten, die dem Eigentümer durch das Eigentum am Grundstück oder durch den bestimmungsgemäßen Gebrauch des Gebäudes laufend entstehen. An dem Wort laufend hängt viel. Eine neue Umwälzpumpe für die Heizung ist eine einmalige Ausgabe, also Instandsetzung, und bleibt bei dir.

Die 17 Positionen des § 2 BetrKV

Nr.KostenartTypische Beispiele
1Laufende öffentliche LastenGrundsteuer
2WasserversorgungWasserverbrauch, Grundgebühr, Zählermiete, Eichkosten
3EntwässerungSchmutzwasser, Niederschlagswasser, Betrieb einer Hebeanlage
4HeizungBrennstoff, Betriebsstrom, Wartung, Messdienst, Immissionsmessung
5WarmwasserWassererwärmung, Messdienst für Warmwasser
6Verbundene Heiz- und WarmwasseranlagenKosten kombinierter Anlagen
7AufzugBetriebsstrom, Wartung, Notrufsystem, regelmäßige Prüfung
8Straßenreinigung und MüllbeseitigungMüllgebühren, Winterdienst auf öffentlichen Wegen
9Gebäudereinigung und UngezieferbekämpfungTreppenhausreinigung, regelmäßige Schädlingsbekämpfung
10GartenpflegeRasen mähen, Hecken schneiden, Spielplatzsand erneuern
11BeleuchtungAllgemeinstrom für Flur, Keller und Außenbeleuchtung
12SchornsteinreinigungKehrgebühren nach Gebührenordnung
13Sach- und HaftpflichtversicherungWohngebäude, Glas, Elementarschäden, Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht, Öltank
14HauswartLohn für Hausmeistertätigkeiten ohne Reparatur und Verwaltung
15Antenne, Breitbandnetz, GlasfaserGemeinschaftsantenne, Bereitstellungsentgelt für Glasfaser nach § 72 TKG
16WäschepflegeStrom, Wasser und Wartung gemeinschaftlicher Waschmaschinen
17Sonstige Betriebskostennur wenn im Mietvertrag konkret benannt, etwa Dachrinnenreinigung oder Wartung der Rauchwarnmelder
Umlagefähige Kostenarten mit typischen Beispielen

Kabelfernsehen seit Juli 2024

Seit dem 1. Juli 2024 darfst du die laufenden Kosten für einen Kabel-TV-Sammelanschluss nicht mehr über die Nebenkosten umlegen. Umlagefähig bleibt unter engen Voraussetzungen das Bereitstellungsentgelt für ein neu errichtetes Glasfasernetz (§ 2 Nr. 15 BetrKV, § 72 TKG).

Was du selbst trägst

§ 1 Abs. 2 BetrKV schließt Verwaltungskosten sowie Instandhaltungs- und Instandsetzungskosten ausdrücklich aus. Dazu kommen Positionen, die schon keine laufenden Betriebskosten sind.

  • Hausverwaltung, Vergütung des WEG-Verwalters, Buchhaltung, Steuerberatung
  • Reparaturen, Ersatzteile und der Austausch von Geräten
  • die Erhaltungsrücklage der Eigentümergemeinschaft
  • Kontoführungsgebühren, Porto und Zinsen
  • Rechtsschutz- und Mietausfallversicherung
  • Kosten für leerstehende Wohnungen
  • Miete oder Kauf von Rauchwarnmeldern (die Wartung ist als sonstige Betriebskosten umlagefähig, wenn sie vereinbart ist)

Grenzfälle aus der Praxis

Hausmeister. Er reinigt das Treppenhaus, macht Kontrollgänge und repariert nebenbei eine Tür. Umlagefähig sind nur die ersten beiden Tätigkeiten. Bei einer Pauschalrechnung musst du den Reparaturanteil schätzen und die Schätzung nachvollziehbar begründen, am besten mit einer Aufstellung des Hausmeisters.

TätigkeitZeitanteilBetrag
Treppenhaus, Außenanlagen, Kontrollgänge75 %3.600,00 € umlagefähig
Kleinreparaturen, Handwerker koordinieren25 %1.200,00 € nicht umlagefähig
Jahresrechnung gesamt100 %4.800,00 €
Aufteilung einer Hausmeisterrechnung (Beispielwerte)

Grundsteuer. Seit 2025 gelten nach der Grundsteuerreform neue Bescheide. Die Grundsteuer bleibt umlagefähig. Steigt sie deutlich, darfst du die Vorauszahlungen nach der nächsten Abrechnung angemessen anpassen (§ 560 Abs. 4 BGB).

Wartungsverträge. Die Wartung von Aufzug, Heizung oder Rauchwarnmeldern ist umlagefähig, die Reparatur nicht. Vollwartungsverträge enthalten oft einen Reparaturanteil von 30 bis 50 Prozent. Diesen Teil musst du herausrechnen, im Zweifel mit einer Aufschlüsselung des Anbieters.

Sonstige Betriebskosten vereinbaren

Position 17 ist kein Sammelbecken für alles, was übrig bleibt. Umlegen darfst du nur Kosten, die im Mietvertrag konkret genannt sind. Typisch sind Dachrinnenreinigung, Wartung der Rauchwarnmelder, Prüfung von Feuerlöschern, Untersuchung des Trinkwassers auf Legionellen und Wartung einer Lüftungsanlage. Ein Satz wie „sonstige Betriebskosten nach BetrKV“ ohne Aufzählung reicht nicht.

Kommt durch eine Modernisierung eine neue Kostenart hinzu, etwa ein Aufzug, kann die Umlage auch ohne Vertragsänderung zulässig sein. Das hängt von der Formulierung im Mietvertrag ab und sollte im Einzelfall geprüft werden. Bei neuen Mietverträgen zählst du die sonstigen Betriebskosten am besten einzeln auf, das erspart dir den Streit bei der Abrechnung.

Von der Liste zur Abrechnung

Die Liste sagt dir, was du umlegen darfst. Danach verteilst du die Kosten nach dem Umlageschlüssel. Wie das für ein Haus mit sechs Wohnungen aussieht, zeigt der Ratgeber Nebenkostenabrechnung erstellen. Für Heiz- und Warmwasserkosten gelten zusätzlich die Heizkostenverordnung und die CO2-Kostenaufteilung.

In Wohnify ist der Kostenartenkatalog nach BetrKV hinterlegt. Wenn du eine Rechnung hochlädst, schlägt das Programm die passende Kostenart vor. Reparaturanteile trennst du vor der Abrechnung selbst ab. Mehr unter Nebenkostenabrechnung mit Wohnify.

Porträt von Florian Kemnitz

Florian Kemnitz

Mitgründer von Wohnify

Florian Kemnitz hat Wohnify mitgegründet und schreibt die Ratgeber auf dieser Website. Hinweise zu einem Artikel erreichen ihn über hallo@wohnify.app.

Dieser Ratgeber gibt den Stand vom 12.10.2026 wieder und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung im Einzelfall.

Quellen

  • § 1 BetrKV (Betriebskosten)
  • § 2 BetrKV (Aufstellung der Betriebskosten)
  • § 556 BGB (Vereinbarungen über Betriebskosten)
  • § 560 BGB (Veränderungen von Betriebskosten)
  • § 72 TKG (Glasfaserbereitstellungsentgelt)

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Häufige Fragen

  • Wie viele umlagefähige Nebenkostenarten gibt es?

    § 2 BetrKV nennt 17 Positionen. Die letzte, die sonstigen Betriebskosten, ist offen formuliert, setzt aber voraus, dass die einzelnen Kosten im Mietvertrag benannt sind.

  • Sind Kosten der Hausverwaltung umlagefähig?

    Bei Wohnraum nie. Verwaltungskosten sind nach § 1 Abs. 2 BetrKV ausgeschlossen. Das gilt auch für die Vergütung des WEG-Verwalters.

  • Kann ich die Grundsteuer auf den Mieter umlegen?

    Ja, wenn der Mietvertrag die Umlage der Betriebskosten vorsieht. Die Grundsteuer ist Position 1 in § 2 BetrKV.

  • Sind Kosten für Rauchwarnmelder umlagefähig?

    Die Wartung ja, als sonstige Betriebskosten, wenn sie im Mietvertrag vereinbart ist. Die Miete für die Geräte nach der Rechtsprechung des BGH nicht, weil sie Anschaffungskosten ersetzt.

  • Was gilt bei einer Pauschale statt Vorauszahlungen?

    Bei einer Betriebskostenpauschale rechnest du nicht ab. Steigen die Kosten, kannst du die Pauschale nur erhöhen, wenn der Mietvertrag das vorsieht (§ 560 Abs. 1 BGB).

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Begriffe aus diesem Artikel

  • Betriebskosten
  • Umlageschlüssel
  • Nebenkostenvorauszahlung
  • Heizkostenverordnung
  • Warmmiete

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