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Mahnung bei Mietrückstand mit Muster

Aktualisiert am 12.10.2026·6 Min. Lesezeit·Von Florian Kemnitz

Gelber Briefkasten der Post mit Aufklebern und Graffiti an einer Straße in BerlinFoto: Daniel Benavente / Unsplash

Kurz gesagt

Die Miete ist spätestens am dritten Werktag des Monats fällig. Zahlt der Mieter bis dahin nicht, ist er auch ohne Mahnung in Verzug, und du kannst Verzugszinsen von 5 Prozentpunkten über dem Basiszinssatz verlangen. Eine Mahnung mit Betrag, Monat und Zahlungsfrist schickst du trotzdem. Ist der Mieter an zwei aufeinanderfolgenden Terminen mit mehr als einer Monatsmiete im Rückstand, kommt eine fristlose Kündigung in Betracht.

Inhalt · 5 Abschnitte
  1. Ab wann ein Mietrückstand besteht
  2. Verzugszinsen und Mahnkosten
  3. Mahnen in Stufen
  4. Wann du wegen Zahlungsverzug kündigen kannst
  5. Rückstände früh bemerken

Ab wann ein Mietrückstand besteht

Die Miete ist zu Beginn des Monats zu zahlen, spätestens bis zum dritten Werktag (§ 556b Abs. 1 BGB). Der Samstag zählt dabei nach der Rechtsprechung des BGH nicht als Werktag. Weil der Termin nach dem Kalender bestimmt ist, gerät der Mieter mit Ablauf des dritten Werktags automatisch in Verzug (§ 286 Abs. 2 Nr. 1 BGB). Für den Verzug brauchst du also keine Mahnung, als Nachweis und Erinnerung ist sie trotzdem sinnvoll.

Zum Mietrückstand zählt die gesamte geschuldete Miete, also Kaltmiete plus Vorauszahlungen für Betriebs- und Heizkosten. Mindert der Mieter berechtigt die Miete, verringert sich der geschuldete Betrag entsprechend.

Verzugszinsen und Mahnkosten

Gegenüber einem privaten Mieter betragen die Verzugszinsen 5 Prozentpunkte über dem Basiszinssatz (§ 288 Abs. 1 BGB). Die Bundesbank passt den Basiszinssatz zum 1. Januar und zum 1. Juli an. Den aktuellen Wert findest du auf ihrer Website. Das folgende Beispiel rechnet mit einem Basiszinssatz von 1,52 Prozent.

GrößeWert
Rückstand (Oktobermiete)900,00 €
Verzug ab06.10.2026
Zahlung am20.11.2026 (45 Tage)
Zinssatz1,52 % + 5 Prozentpunkte = 6,52 % im Jahr
Verzugszinsen900,00 € × 6,52 % × 45 ÷ 365 = 7,23 €
Verzugszinsen auf eine ausstehende Miete (Beispielwerte)

Mahnkosten kannst du als Verzugsschaden verlangen, aber nur in Höhe der tatsächlichen Kosten. Gerichte erkennen pro Schreiben meist nur wenige Euro an. Die Pauschale von 40 € aus § 288 Abs. 5 BGB gilt nur, wenn der Schuldner kein Verbraucher ist. Gegenüber privaten Wohnungsmietern scheidet sie aus.

Mahnen in Stufen

  1. 1

    Zahlungserinnerung, etwa zwischen dem 5. und 10. des Monats

    Freundlich und sachlich. Oft wurde nur der Dauerauftrag vergessen oder das Konto gewechselt. Ein kurzer Anruf klärt vieles.

  2. 2

    Mahnung, etwa zwei Wochen später

    Nenne den offenen Betrag, den Monat und eine konkrete Frist von sieben bis zehn Tagen. Weise auf die Verzugszinsen hin.

  3. 3

    Letzte Mahnung

    Setze eine kurze Frist und kündige rechtliche Schritte an. Nähert sich der Rückstand der Kündigungsschwelle, weise darauf hin.

  4. 4

    Danach Mahnbescheid, Ratenzahlung oder Kündigung

    Mit dem gerichtlichen Mahnverfahren bekommst du einen Vollstreckungstitel ohne Klage. Eine schriftliche Ratenvereinbarung bringt das Geld oft schneller. Bei hohen Rückständen prüfst du die Kündigung.

Muster einer Mahnung

Sehr geehrte Frau Muster, für die Wohnung Beispielstraße 5, 2. OG links, ist die Miete für Oktober 2026 in Höhe von 900,00 € bei uns noch nicht eingegangen. Sie war am 5. Oktober 2026 fällig. Bitte überweisen Sie den Betrag bis zum 30. Oktober 2026 auf das Ihnen bekannte Konto. Seit dem 6. Oktober 2026 schulden Sie Verzugszinsen in Höhe von 5 Prozentpunkten über dem Basiszinssatz. Sollte sich Ihre Zahlung mit diesem Schreiben überschnitten haben, betrachten Sie es bitte als gegenstandslos. Wenn Sie Schwierigkeiten haben, die Miete zu zahlen, sprechen Sie mich bitte an. Mit freundlichen Grüßen

Wann du wegen Zahlungsverzug kündigen kannst

Nach § 543 Abs. 2 Nr. 3 BGB ist eine fristlose Kündigung wegen Zahlungsverzugs in zwei Fällen möglich, eine Abmahnung brauchst du dafür nicht. Die Kündigung muss schriftlich erfolgen und den Grund nennen (§ 568 Abs. 1, § 569 Abs. 4 BGB).

FallVoraussetzungBeispiel
a) zwei aufeinanderfolgende TermineRückstand von mehr als einer Monatsmiete (§ 569 Abs. 3 Nr. 1 BGB)Oktober 900 € offen, November 100 € offen, zusammen 1.000 €
b) längerer ZeitraumRückstand in Höhe von zwei Monatsmieten über mehr als zwei TermineJuli bis Oktober jeweils 450 € offen, zusammen 1.800 €
Kündigungsschwellen bei Wohnraum (Monatsmiete 900 € einschließlich Vorauszahlungen)

Schonfrist. Zahlt der Mieter den gesamten Rückstand spätestens zwei Monate nach Zustellung der Räumungsklage, oder verpflichtet sich eine öffentliche Stelle wie das Jobcenter dazu, wird die fristlose Kündigung unwirksam. Das gilt nicht, wenn in den letzten zwei Jahren schon einmal eine Kündigung auf diesem Weg unwirksam geworden ist (§ 569 Abs. 3 Nr. 2 BGB).

Viele Vermieter kündigen deshalb hilfsweise auch ordentlich (§ 573 Abs. 2 Nr. 1 BGB). Die Zahlung in der Schonfrist heilt nach geltendem Recht nur die fristlose Kündigung. Die geplante Mietrechtsreform soll das ändern, sie ist Stand Oktober 2026 aber noch nicht verabschiedet.

Rückstände früh bemerken

Am meisten hilft ein fester Termin im Monat, an dem du die Zahlungseingänge mit den Sollstellungen abgleichst. Wer erst nach drei Monaten merkt, dass Zahlungen fehlen, hat oft schon einen Rückstand, den der Mieter kaum aufholen kann. Die Mietkaution hilft dabei nicht, denn sie sichert Ansprüche nach dem Ende des Mietverhältnisses.

In Wohnify lädst du deinen Kontoauszug als Datei hoch (CSV, MT940 oder CAMT). Das Programm ordnet die Zahlungen den Mietern zu, zeigt offene Beträge und bereitet Erinnerung und Mahnungen mit Verzugszinsen vor. Verschickt wird erst, wenn du zustimmst. Mehr unter Mahnwesen mit Wohnify.

Vor einer Kündigung

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Porträt von Florian Kemnitz

Florian Kemnitz

Mitgründer von Wohnify

Florian Kemnitz hat Wohnify mitgegründet und schreibt die Ratgeber auf dieser Website. Hinweise zu einem Artikel erreichen ihn über hallo@wohnify.app.

Dieser Ratgeber gibt den Stand vom 12.10.2026 wieder und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung im Einzelfall.

Quellen

  • § 556b BGB (Fälligkeit der Miete)
  • § 286 BGB (Verzug des Schuldners)
  • § 288 BGB (Verzugszinsen)
  • § 543 BGB (Außerordentliche fristlose Kündigung)
  • § 569 BGB (Außerordentliche fristlose Kündigung bei Wohnraum)
  • Deutsche Bundesbank, Basiszinssatz

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Inhalt

  1. Ab wann ein Mietrückstand besteht
  2. Verzugszinsen und Mahnkosten
  3. Mahnen in Stufen
  4. Wann du wegen Zahlungsverzug kündigen kannst
  5. Rückstände früh bemerken

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Häufige Fragen

  • Muss ich den Mieter mahnen, damit er in Verzug kommt?

    Nein. Weil die Miete zu einem festen Termin fällig ist, tritt der Verzug mit Ablauf des dritten Werktags von selbst ein. Eine Mahnung ist trotzdem sinnvoll, schon als Nachweis.

  • Wie hoch sind die Verzugszinsen bei Mietrückstand?

    5 Prozentpunkte über dem Basiszinssatz der Bundesbank, berechnet auf den offenen Betrag für die Tage des Verzugs. Bei einem Basiszinssatz von 1,52 Prozent sind das 6,52 Prozent im Jahr.

  • Ab wie viel Rückstand darf ich fristlos kündigen?

    Wenn der Mieter an zwei aufeinanderfolgenden Terminen mit mehr als einer Monatsmiete im Rückstand ist oder über mehr als zwei Termine mit insgesamt zwei Monatsmieten.

  • Darf ich Mahngebühren verlangen?

    Nur die tatsächlich entstandenen Kosten, meist wenige Euro pro Schreiben. Die Pauschale von 40 € ist gegenüber privaten Mietern nicht zulässig.

  • Kann der Mieter die Kündigung durch Zahlung abwenden?

    Die fristlose Kündigung wird unwirksam, wenn er den Rückstand bis zwei Monate nach Zustellung der Räumungsklage vollständig zahlt, höchstens einmal in zwei Jahren. Eine hilfsweise ordentliche Kündigung bleibt nach geltendem Recht wirksam.

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Begriffe aus diesem Artikel

  • Mietrückstand
  • Verzugszinsen
  • Sollstellung
  • Kaltmiete
  • Warmmiete

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